Gestaltung von Übergängen
Das Leben ist von Übergängen geprägt. Es gehört zu den Herausforderungen des Alltags, sich immer wieder von vertrauten Situationen zu verabschieden und auf neue zuzugehen.
Die Bewältigung von Übergängen muss im Kindesalter unterstützt und begleitet werden. Eine Grundlage ist die Berücksichtigung der individuellen Entwicklungsvoraussetzungen und Lebenslagen der Kinder. Die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Tageseinrichtung für Kinder sowie anderen Kooperationspartnern und Institutionen erleichtert dem Kind und seiner Familie die Orientierung in Übergangssituationen. Neue Anforderungen durch Unbekanntes bieten dem Kind die Chance, seine Kompetenzen zu erweitern. Gelungene Übergänge stärken das Vertrauen des Kindes in die eigenen Kräfte und damit seine Resilienz.
Die drei wichtigsten Übergänge auf einen Blick
Erster Übergang – Elternhaus → Kita
Wir vermitteln während des Aufnahmegesprächs wie wichtig eine konstante Begleitung ohne Zeitdruck für einen sicheren Übergang ist. Bei der Begehung der Kita zeigen wir unsere pädagogischen Schwerpunkte und erläutern wie wichtig die Eingewöhnung und dessen Verlauf für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist. Wir werden zum „sicheren Hafen“ und möchten einen harmonischen Übergang mit vielen Austauschmöglichkeiten für die Beteiligten schaffen. Eine liebevolle und individuelle Begleitung ist essenziell. Der Übergang wird durch ein Reflexionsgespräch abgeschlossen.
Zweiter Übergang – Krippengruppe → Regelgruppe
Vermehrte Wechsel finden im schleichenden Prozess statt. Durch kleine Begegnungen im Flur, erste Möglichkeiten die Räume zu erkunden und feste Gruppenbesuche ermöglichen einen sanften Übergang von der Krippengruppe zur Regelgruppe. Hierfür haben wir uns das Ritual „Ich packe meinen Koffer“ überlegt. Dabei darf das Krippenkind einen symbolischen Koffer packen und seine Unterlagen (wie zum Beispiel den Portfolioordner oder das Foto vom Geburtstagskalender), seine Schlafsachen usw. einpacken und geht anschließend in die neue Gruppe (Regelgruppe) über. Dort werden die persönlichen Gegenstände ausgepackt und der Übergang findet einen schönen Abschluss.
Dritter Übergang – Kita → Schule
Der Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Schule ist ein weiterer wesentlicher Abschnitt im Leben eines Kindes. In dem letzten Kindergartenjahr treffen sich die zukünftigen Schulkinder regelmäßig zum Vorschulkinderprogramm. Das Thema, der Name der Gruppe und verschiedene Aktivitäten des Programms, werden mit den Kindern dieser Altersgruppe festgelegt, vom pädagogischen Personal methodisch aufbereitet und mit der Kindergruppe durchgeführt. In der Regel findet im ersten Halbjahr ein Kennenlernen untereinander statt, Vorschulblätter werden gemeinsam bearbeitet und ein „Wir-Gefühl“ entsteht. Im zweiten Halbjahr finden verschiedene Angebote wie z. B. Besuch der Polizei, Besuch der Feuerwehr etc., das PAULA-Projekt (Vorschulkinder lernen Erste Hilfe) und Aktivitäten im Rahmen des ausgewählten Themas statt. Regularien wie der Besuch der Schule, das Kennenlernen der Bezugslehrerin oder Einladungen zu Projekten und Festen werden gemeinsam mit den Grundschulen vor Ort erarbeitet und schriftlich festgehalten.
Weitere Angebote oder Veranstaltungen sind zum Beispiel Elternabende, Regionaltreffen, Schultüten basteln, Schuluntersuchung, die Abschlussfahrt der Kinder und das Abschlussfest für Kinder und Eltern/Sorgeberechtigte, mit der Übergabe der Schultüten, des Portfolios etc.
Aus dem Spiel zum Essen
Ein täglicher Übergang gestaltet sich, wenn die Kinder aus der Freispielphase zum Frühstück, Mittagessen und anschließendem Ruhen/Schlafen gehen. Wir möchten Ihnen diese Übergänge näher erläutern:
Die Vorteile eines gemeinsamen Frühstücks:
Gemeinsamer Start in den Tag
Fester Ablauf mit Ritualen geben den Kindern Sicherheit
Förderung der Selbstständigkeit durch Beteiligung beim Tisch decken etc.
Familienähnliche Atmosphäre
Sprachförderung durch Tischgespräche und Jolinchenprojekt*
Gesundes Essverhalten fördern und anregen
Lernen am Vorbild
Entstehung eines „WIR“- Gefühls
Zeit und Ruhe wird vorgelebt
*Das Jolinchenprojekt ist ein Programm der AOK.
Dieses Programm beinhaltet folgende drei Säulen:
gesunde Ernährung
Bewegung
seelisches Wohlbefinden/ Entspannung
Die Handpuppe namens Jolinchen begleitet die Kinder somit in mehreren Situationen. Sei es beim Frühstück im Gesund- und Leckerland, bei der Turneinheit im Fitmachdschungel oder der Entspannungsmassage auf der Insel „Fühl mich gut“.
Das Mittagessen
Das Mittagessen wird täglich frisch zubereitet und von einem Caterer zur Kita gebracht. Das Essen kann am Verpflegungstag bis 9.00 Uhr bestellt bzw. abbestellt werden. Die tägliche Essensbestellung erfolgt in Absprache mit dem Caterer immer telefonisch von einem Kind.
Das Essen wird von unserer Hauswirtschaftskraft servierfertig in die Gruppen gebracht. Die Kinder erhalten die Möglichkeit sich eigenständig Essen auf den Teller zu geben und werden dazu motiviert, selbstständig mit der Gabel und dem Löffel zu essen und bekommen entsprechend Hilfestellung.
Vor dem Essen gehen die Kinder etappenweise zum Waschraum, um sich die Hände zu waschen oder zur Toilette zu gehen. Um eine Überfüllung und Wartezeiten des Waschraums zu vermeiden, schaut ein Kind aus der jeweiligen Gruppe nach, ob der Waschraum frei ist.
Alle Kinder nehmen das Essen um 11:30 Uhr innerhalb ihres Gruppenverbandes ein. Die Kinder der Krippengruppe nutzen das Bistro zum Essen. Sollte ein Kind um diese Uhrzeit noch oder bereits schlafen, bekommt es das Essen im Anschluss.
Die Krippenkinder und die Kinder mit einem 7,0 Stunden Platz gehen etappenweise zum Händewaschen. Ein Kind aus der jeweiligen Gruppe schaut nach, ob der Waschraum frei ist. Durch ein Zwei-Schicht-System beim Essen ist die Situation im Waschraum vor und nach dem Mittagessen nochmals entzerrt. Die 7,0 Stunden Kinder erhalten das Essen bereits um 11:30 Uhr, damit sie frühzeitig zum Ruhen bzw. Schlafen gehen können. Die anderen Kinder erhalten das Essen um 12:15 Uhr und gehen im Anschluss daran zum Ruhen.
Vom Essen zum Ruhen/Schlafen
Das Schlafen/Ruhen
Schlaf ist sehr wichtig, weil die Schlafphasen der entsprechenden Erholung dienen und zur Verarbeitung von Erlebnissen beitragen. Nur ein ausgeruhtes Kind ist in der Lage seine Umwelt zu erforschen und zu lernen.
Jedem U3 Kind steht ein eigenes Krippenbett zur Verfügung und die Schlafzeiten werden individuell an das Kind und seine Bedürfnisse angepasst. Gewohnheiten und Rituale werden mit den Eltern abgestimmt. Ein Wecken der Krippenkinder wird in der Kita nicht vertreten. Alle anderen Kinder haben ebenfalls die Möglichkeit sich in den Nebenräumen oder der Gruppe auszuruhen. Die einheitliche Ruhezeit von 30 Minuten findet innerhalb der Kita von 12:30 Uhr bis 13:00 Uhr bzw. 13:15 Uhr bis 13:45 Uhr statt. Das Abholen der Kinder während dieses Zeitraums soll nur in begründeten Ausnahmen stattfinden, um den anderen Kindern die Ruhe zu ermöglichen. Schlafen die Kinder während dieser Zeit ein, dürfen sie weiterschlafen, sind die Kinder nicht eingeschlafen, stehen sie nach den 30 Minuten wieder auf. Ein Wachhalten der Kinder lehnen wir als Kita ab. Um 13:30/ 13:45 Uhr werden in den Nebenräumen die Jalousien geöffnet, sodass die Kinder langsam erwachen können. Ein achtsames Ansprechen und leichtes Berühren der Kinder, findet 13:45 Uhr statt. Ein nachdrückliches Wecken lehnen wir hingegen ab.
Die U3 Kinder und die Kinder mit 7,0 Stunden Platz gehen bereits gegen 12:15/30 Uhr zum Ruhen bzw. Schlafen, sodass diese die Möglichkeit haben sich auszuruhen, ohne dass wir sie um 14:00 Uhr zur Abholung wecken müssen.

