Eingewöhnung
Die Eingewöhnungen in der Einrichtung lehnen an das Münchener Eingewöhnungsmodell an und werden empathisch, sowie begleitend vom pädagogischen Fachpersonal durchgeführt.
Das Münchener Eingewöhnungsmodell sieht vor, dass das Kind die Kita in der ersten Woche vier bis fünf Mal je 1 bis 1,5 Stunden besucht. U3 Kinder besuchen die Kita während der Eingewöhnungsphase möglichst täglich für ebenfalls 1 bis 1,5 Stunden.
Die Dauer und das Tempo werden individuell vom pädagogischen Fachpersonal mit den Eltern/Erziehungsberechtigten besprochen, da sich jede Eingewöhnung nach dem Alter, Entwicklungsstand und den Bedürfnissen des Kindes richtet.
Das Münchener Eingewöhnungsmodell sieht vor, dass die Kinder der Gruppe in der Eingewöhnungsphase aktiv mithelfen und ein Kind als sogenannter „Pate“ fungiert. Das heißt, „der Pate“ hilft dem neu eingewöhnten Kind in der ersten Zeit bei kleineren Aufgaben im Alltag.
In der Eingewöhnungsphase erkennt die Bezugserzieherin durch Beobachten das Neugier- und Erkundungsverhalten, die Interessen des Kindes und lädt es ein, an Aktivitäten teilzunehmen. Sobald sich das Kind in der Gruppe wohl und sicher fühlt, zieht sich die pädagogische Fachkraft zurück und die anderen Fachkräfte nehmen Kontakt zu dem Kind auf.
Während der Eingewöhnung ist ein reger und gegenseitiger Austausch bzw. wertschätzende Rückmeldungen zwischen dem pädagogischen Fachpersonal und den Eltern gewünscht. Nach der Eingewöhnung findet ein Reflexionsgespräch über die Eingewöhnungsphase zwischen Erziehungsberechtigten und Bezugsfachkraft statt.
Es besteht die Möglichkeit während der Eingewöhnungsphase ein Mitbringsel von zu Hause, wie beispielsweise ein Kuscheltier des Kindes, ein Familienfoto oder Ähnliches, was dem Kinder Sicherheit vermittelt, mitzubringen.
Das „Münchner Eingewöhnungsmodell“ auf einen Blick. Die Darstellung zeigt ein Beispiel und kann je nach Kind unterschiedlich verlaufen:
Woche | Anwesende | Zeitraum | Ziele | Tätigkeiten des Kindes |
| Woche 1 (4-5 Tage) | Kind, eine Bezugsperson (Elternteil, Großelternteil, Tagesmutter) Bezugsfachkraft | In den ersten Tagen bleibt das Kind ca. 1-1,5 Stunden. | Eine Beziehung zwischen Bezugsfachkraft, Eltern und Kind wird aufgebaut. Evtl. erster Trennungsversuch (10 Minuten) | Das Kind beobachtet das Gruppengeschehen, nimmt evtl. schon Kontakt mit anderen Kindern auf. |
| Woche 2 (4-5 Tage) | Kind, Bezugsperson und Bezugsfachkraft | 1,5- 3,0 Stunden. Evtl. schon Teilnahme am Frühstück | Die Bezugsperson verabschiedet sich vom Kind und geht aus dem Raum (Dauer individuell) hält sich jedoch in der Nähe auf und wird bei Bedarf kontaktiert. | Beobachtung und Kontaktaufnahme zu anderen Kindern und Bezugserzieherin. |
| Woche 3 (4-5 Tage) | Kind und Bezugsfachkraft | 2-4 Stunden. Evtl. schon Teilnahme am Mittagessen | Das Kind weint nur noch kurzfristig nach der Verabschiedung von dem Elternteil und lässt sich von der Fachkraft trösten. | Kennenlernen des Tagesablaufs, spielen in der Gruppe, Kontaktaufnahme zu anderen Fachkräften |
| Woche 4 (4-5 Tage) | Kind und Bezugsfachkraft | Teilnahme am Frühstück, Mittagessen und Ruhen/Schlafen | Das Kind lässt sich von der Fachkraft trösten. | Teilnahme am Gruppenalltag |
Generell gilt für die Eingewöhnung im U3 und Ü3 Bereich:
Ist die Bezugsfachkraft an einem Tag der Eingewöhnung in Woche 1-2 nicht da, wird die Eingewöhnung verschoben. In Woche 3-4 muss individuell von den Fachkräften eine Einschätzung vorgenommen werden, ob das Kind zur Eingewöhnung kommen kann.
Eine Verabschiedung ist zwingend notwendig. Davonschleichen oder nicht Bescheid sagen, vermitteln dem Kind ein Gefühl von Unsicherheit und es könnte zu Rückschritten in der Eingewöhnung kommen.
Die Eingewöhnung ist erst abgeschlossen, wenn das Kind sich nach der Verabschiedung der Eltern von der Fachkraft trösten lässt und sich in den Tagesablauf der Kita integriert hat.
Bei längerem Weinen, rufen wir die Bezugsperson an, um eine Rückmeldung zu geben, dass das Kind sich beruhigt hat oder aber, dass das Kind sich nicht beruhigen lässt. In dem Fall muss das Kind abgeholt werden und die Eingewöhnung ist für diesen Tag beendet.
Ein Rückschritt ist jederzeit möglich. Dies sollte nicht als Misserfolg angesehen werden.
Ereignisse wie (Windelentwöhnung, Umzug etc.) sollten in der Zeit vermieden werden. Für das Kind und die Familie ist die Eingewöhnung in die Kita ein großer Schritt und sollte im Fokus stehen.
Druck in der Eingewöhnungszeit soll vermieden werden. Steht die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit bevor, muss frühzeitig geplant werden. Bei U3 Kindern ist mit vier Wochen Eingewöhnung zu rechnen. Da jede Eingewöhnung unterschiedlich verläuft und jedes Kind individuell ist, kann es bei manchen Kindern zwei, bei manchen vier, bei manchen jedoch noch länger dauern. Ebenfalls kann eine Eingewöhnung abgebrochen werden, sollte das Kind noch nicht bereit für die Kita sein.

